Internationales Engagement

Finanzierung von Networking: Die reformierte Projektförde­rung bietet neue Möglichkeiten für internationale Kollaborationen.

Der SNF führt neue Förderungsmöglichkeiten für die internationale Zusammenarbeit­ in der Schweiz und – mit dem Förderungsinstrument PROMYS – auch auf europäischer Ebene ein.

Wissenschaftliche Forschung basiert auf dem Austausch von Ideen und Praktiken – jenseits von nationalen Grenzen. Die Forschungsförderung mit öffentlichen Mitteln bringt eine nationale Komponente mit sich, was die Freiheit der Forschenden in gewisser Weise einschränken kann. Der SNF hat sich das Ziel gesetzt, internationale Zusammenarbeit zu fördern und, wo immer möglich, Barrieren abzubauen, damit Mobilität und der Austausch von Ideen über Schweizer Grenzen hinaus ermöglicht werden können.

Öffnung in der Projektförderung

Mit den Reformen in der Projektförderung hat der SNF auch neue Möglichkeiten für internationale Kollaborationen geschaffen. Im Rahmen eines SNF-Projekts können ab Oktober 2016 Networking-Kosten beantragt werden. Neben Reisekosten, Beiträgen für Tagungen und Workshops können auch Forschungskosten von Projektpartnern übernommen werden.

Engagement auf europäischer Ebene

Die Schweiz befindet sich in der Mitte von Europa, und die Mehrheit der Forschungskooperationen bestehen, nebst Partnerschaften in den USA, Kanada oder Australien, mit europäischen Partnern. Auf der Ebene Forschungsförderung hat der SNF 2015 erstmals die Ausschreibung Promotion of Young Scientists in Eastern Europe (PROMYS) lanciert und mit seiner Schwesterorganisation in Kroatien die Arbeiten für eine gemeinsame Ausschreibung für Joint Research Projects im Rahmen des EU-Erweiterungsbeitrags der Schweiz aufgenommen. Weiter sind erste Diskussionen mit Belgien für ein Abkommen, das grenzüberschreitende Forschung erleichtern soll, gestartet. Es wäre das fünfte länderübergreifende Abkommen dieser Art.

Der SNF engagiert sich auch seit Jahren in europäischen Gremien und Organisationen und hilft mit, bestmögliche Rahmenbedingungen für die Forschenden zu schaffen. Er ist nicht nur ein tragendes Mitglied von Science Europe und all deren Arbeitsgruppen (z.B. Cross-border Collaboration, Horizon 2020), sondern hat 2015 beispielsweise auch an der öffentlichen Konsultation zur Ex-Post-Evaluation des 7. Forschungsrahmenprogramms (FP7) der Europäischen Kommission teilgenommen.

Ziel: volle Assoziierung an Horizon 2020

Bilaterale Verträge wie Abkommen mit Schwesterorganisationen können den Zugang zu europäischen Programmen nicht ersetzen. Deshalb ist auch die schweizerische Politik gefordert, um das oberste Ziel, die volle Assoziierung zum europäischen Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020, zu erreichen. Das Rahmenprogramm ergänzt die nationale Forschungsförderung durch den SNF und die Kommission für Technologie und Innovation (KTI). Die Möglichkeit, sich auf europäischer Ebene zu messen und internationale Kooperationen aufzubauen, trägt zur Attraktivität des schweizerischen Forschungsplatzes bei. Wenn die Schweiz assoziiert ist, kann sie sich auch aktiv an der europäischen Wissenschaftspolitik beteiligen. Dies betrifft nicht nur die thematische Definition der Programme, sondern auch grundsätzlichere Themen wie etwa die Diskussion über die Öffnung der Forschung.